
Wie es jedem Studenten, der aufmerksam sein Umfeld beobachtet, aufgefallen sein dürfte, ist es im vergangenen Monat zu einem verstärkten Auftreten des mund-oberhalb-befindlichen Essensrest-Depots gekommen. Dieser modische Feinschliff des männlichen Gesichts erfolgte aber nicht nur aus ästhetischen Gründen und dem daraus resultierenden Verlust der Glaubwürdigkeit.

Bart Tragen für die AIDS-Hilfe
Die Spenden, die im Movember von der Fachschaft Medizin gesammelt wurden, gehen an die Lübecker AIDS-Hilfe e.V. Dies liegt vor allem daran, dass es schon seit längerem eine feste Zusammenarbeit der Fachschaft und der AIDS-Hilfe e.V. gibt und damit auch einen Einblick in ihre Arbeitsweise und Verfahren, so Initiator Nils Uflacker. An dieser Stelle sei zudem erwähnt, dass auch dieses Thema gerade für Männer interessant ist, da nach wie vor die Zahl der betroffenen Männer deutlich höher ist als die der Frauen. Im Gespräch verriet mir Nils Uflacker, dass ihm die Idee der Movember-Spendenaktion schon seit längerem im Kopf herum geisterte und dass er sie gerne realisieren wollte, bevor er im Frühjahr in sein Praktisches Jahr geht. Er hegt auch die Hoffnung, dass es sich etabliert und es in kommenden Jahren wieder zu verstärktem Oberlippenbartwuchs kommt.
In diesem Jahr haben sich insgesamt 120 Herren dazu bereit erklärt, Spenden zu sammeln. Neben der Feststellung, dass einige meiner Kommilitonen nicht in der Lage sind, über eine abzählbare Menge an Barthaaren hinauszukommen, sei auch das Engagement einiger Professoren und Dozenten lobend zu erwähnen. Professor Hübner, Leiter des Instituts für Physik, erinnert mit seinem dunklen Schnurrbart an einen durchaus bekannten Klempner von Nintendo. Prof. Dr. med. Karl-Friedrich Klotz, leitender Oberarzt für Anästhesie und Intensivmedizin, konnte erst verspätet anfangen, seinen Bart sprießen zu lassen, da er uniextern unterwegs war, und Professor Buzug, Leiter des Instituts für Medizintechnik, äußerte seinen Mitarbeitern gegenüber, dass er sich den Bart schnellstmöglich wieder abnehme, vor allem da er Anfang Dezember wichtige Gespräche mit Vertretern der Wirtschaft hat. Dies sind die einzigen mir namentlich bekannten Teilnehmer unter den Dozenten und Professoren; mir wurde aber gesagt, dass auch andere teilgenommen haben. Zur Krönung der Aktion waren die holden Spenderinnen dazu aufgefordert, Bilder zu machen, in welchen der Bart zur Schau gestellt wird. Eine unabhängige Jury von fünf Fachschaftlern wählt daraus die besten zwölf aus und erstellt den Movember-Kalender 2012, welcher für 7,50 Euro ab etwa Mitte Dezember verkauft wird.

Der Bart ist für Jung und Alt.
Wer jetzt deswegen moralische Komplikation fürchtet, dem sei gesagt, dass ich für diese Idee zumindest das O.K. vom Chef selbst erhalten habe.
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